Statistik ist wichtig für Schuldnachweis Teil I

Aktualisiert: 25. Sept 2019

Nur wenn man weiß, was Ja zum Kind erschwert, kann man es auch anprangern. Dafür ist Frauen zuzuhören. Aber ergänzend braucht es: Statistik

Statistik – nervtötend aber manchmal notwendig

Grüß Gott zusammen!


Hier geht es jetzt um komplexere und leider auch statistische Aspekte:


Laut diesem Artikel der Oberpfalz Medien treiben Frauen über 25 öfter ab, womit gemeint ist, dass in absoluten Zahlen mehr Abtreibungen bei Frauen über 25 geschehen als bei unter 25. Es wäre also falsch zu denken, Abtreibungen kämen hauptsächlich nur bei jungen Frauen vor. Aber dort finden sich auch noch weitere interessante Informationen.


1. Allgemeine Überlegungen


„100.986 Frauen haben sich 2018 in Deutschland gegen ein Kind entschieden und einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen.“


Das macht 100.986/365 = ca. 275 pro Tag; ferner handelt es sich um die Zahl der gemeldeten und die Nichtmeldung ist nur eine Ordnungswidrigkeit. Außerdem gibt es keinen Mechanismus, um festzustellen, wenn eine Praxis weniger Abtreibungen meldet als tatsächlich vorgenommen wurden. Somit könnte die reale Zahl im Prinzip auch etwas höher sein.


Anmerken kann man noch, dass meist nur an Werktagen abgetrieben wird; folglich kann man auch die Zahl 100.986/ ca. 250 = ca. 400 pro Werktag nennen.


Heißt aber auf jeden Fall:


Selbst wenn also etwas nur bei 1 von 100 Abtreibungen passiert, passiert das im Schnitt 2 bis 3 mal am Tag bzw. 4 mal pro Werktag in Deutschland.


Wenn also diese österreichische Studie mit der Angabe auf Seite 111 unter „5.3.4. Einfluss des Partners auf die Entscheidung“ recht hat, dass 18 % (bei chirurgischen Abbrüchen) bis 24 % (bei medikamentösen Abbrüchen) der Frauen eigenen Angaben nach


„auf sein Drängen“


hin abgetrieben haben, dann bedeutet das:


SCHLUSSFOLGERUNG:


Im Mittel treiben vielleicht jeden Tag ca. 50 – in Worten FÜNFZIG – Frauen in Deutschland ab, WEIL sie vom Kindsvater dazu gedrängt werden.



2. Wie und wer könnte (und sollte) das genau wissen?


Wie man sieht, ist das Drängen von Männern auf Abtreibung keine zahlenmäßig irrelevante Sache. Jedes Jahr wäre dann der Tod von 20000 ungeborenen Kindern eindeutig auch Männern anzulasten.


Zwar ist die Studie aus Österreich und basiert auf Umfragen aus den Jahren 1998 – 1999; man könnte also einwenden, dass diese Zahlen über die heutige Situation nichts aussagen. Aber Nachweise für drastische Verhaltensverbesserungen von Männern gegenüber Frauen in den letzten 20 Jahren sind mir nicht bekannt.


Und andererseits habe ich keine zeitlich nähere Studie mit dieser Angabe gefunden.


Warum muss ich mir überhaupt Gedanken machen, ob 20 Jahre alte Zahlen aus Österreich auf Deutschland heute zutreffen, gemäß denen, möglicherweise jährlich mindestens 20000 ungeborene Kinder auf Wunsch und Drängen von Männern hin sterben,

anstatt dass ich beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nicht einfach die JÄHRLICHE Studie nachschlage, wie viele Abtreibungen letztes Jahr mindestens auf das Konto von Männern gingen?


Wäre es im Sinne der Gleichberechtigung nicht interessant zu überwachen, wie oft jährlich Frauen auf Drängen von Männern hin abtreiben?


Um dann ggf. wenn es zu oft vorkommt, wenigstens eine Pressekonferenz abzuhalten/Presseerklärung veröffentlichen mit:


„Liebe Männer, es wäre wirklich mal ganz supernett, wenn ihr seltener Frauen schwängert und dann wohl zwecks Vermeidung von Unterhaltszahlungen also aus Habgier auf ihre Wünsche einen Dreck gebt und auf die Tötung eures eigenen ungeborenen Kindes drängt.“


?


Ggf. könnte man das auch noch besser formulieren und/oder sich noch weitere Maßnahmen überlegen. Und falls das BMFSFJ mit Aufgaben wichtiger als das Leben von 20000 ungeborenen Menschen überlastet ist, nichts hält Landesfamilienministerien davon ab, in dieser Richtung aktiv zu sein.



SCHLUSSFOLGERUNG:


Die dürftige Studienlage heißt nicht, dass auf Abtreibung drängende Männer kein Problem sind – sondern nur, dass man und auch zuständige Ministerien genauer hinschauen sollten.



3. Weitere statistische Aspekte bezüglich des Todes ungeborener Menschen


Zurück zum Artikel:


„„Die Not der Frauen blieb gleich, seit 25 Jahren.“ Schieder wünsche sich, dass es mehr Teilzeitangebote für Mütter gibt, Arbeitszeiten flexibler geregelt werden und mehr Männer in Teilzeit arbeiten, um beim Haushalt und der Kindererziehung zu helfen. „Aber viele Männer und Arbeitgeber können sich das nicht vorstellen“, sagt sie.“


Seit 25 Jahren bleibt also die Not nach Ansicht von Frau Schieder, die Leiterin einer Beratungsstelle mit wohl ca. 2 Konfliktberatungen pro Woche ist (Jahresbericht 2012 der Beratungsstelle nennt 123, was etwa 2 pro Woche sind, Seite 4, unten), gleich.

Warum haben wir es die letzten 25 Jahre nicht hinbekommen, dass die Not geringer wird?


„Ein großes Problem für viele Frauen und Männer seien befristete Arbeitsverträge, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin. „Ich finde das unmöglich. Es kann wenig Sicherheit aufgebaut werden, da machen sich Frauen um die 30 Sorgen.“ Genauso sei es, wenn sich die Frau zwar vorstellen könne, das Kind zu bekommen, aber der Arbeitsvertrag bald auslaufen würde: „Wenn in der Elternzeit die Befristung endet, stehen sie ohne Arbeit da.“

Andere Gründe seien eine psychische oder physische Überforderung, der falsche Zeitpunkt der Schwangerschaft, Lebensentwürfe, die durcheinander geraten, oder Erwartungen an die Frau – von außen und von ihnen selbst –, die sie mit einem Baby nicht erfüllen können.“


Ok, bei einigen Dingen kann man von außen wirklich nichts machen. Z. B. „Lebensentwürfe“ sind wohl häufig die eigenen der Frau; da kann man vielleicht ein bisschen mehr als bisher versuchen, Kinder als auch etwas im Leben positives darzustellen, aber mehr nicht.


Hingegen kann man überlegen, ob wir als Gesellschaft nicht zu große Erwartungen an Frauen und junge Mütter stellen, siehe „Erwartungen an die Frau – von außen und von ihnen selbst –“; dann braucht sie halt in Schule, Ausbildung oder Studium ein bisschen länger, dann startet ihre Karriere halt nicht so schnell durch; wenn sie damit kein Problem hat, sollte das Umfeld keines daraus machen mit irgendwelchem "Damit ruinierst du dir die Schule/Studium/Beruf/Leben"- besser als Abtreibung, obwohl sie eigentlich Ja zum Kind sagen wollte, und ihr Kind dann "Erwartungen" von "außen"opfert. Oder dann kriegt das Baby halt Flaschenmilch und wird 1 Stunde am Tag vorm Fernseher ruhig gestellt und kommt mit 12 Monaten in die Kita – ist besser, als wenn es abgetrieben wird.



SCHLUSSFOLGERUNG:


Wir sollten uns ganz stark mit Vorwürfen wie „Rabenmutter“ oder "Du ruinierst dir dein Leben."zurückhalten. Manche Chancen und Träume sind dann doch keine Abtreibung wert. Das ist in Ordnung. Und manche Kinder sind leichter, manche schwieriger; solange keine ernsthafte Kindeswohlgefährdung vorliegt, ist es in Ordnung.


Im Übrigen gehören zum Kinder machen ZWEI, also sind auch beide für die Kinder verantwortlich.


Hier geht es zu Teil II mit Punkten 4 und 5.


#Abtreibungspranger #MannIstSchuld #Statistik #Politik #Wirtschaft #Gesellschaft #Abtreibung #Schwangerschaftabbruch #Lebensrecht #Gleichberechtigung


Bildquelle: https://pixabay.com/de/illustrations/pr%C3%A4sentation-statistik-junge-1454403/


Links: https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/frauen-ueber-25-treiben-oefter-ab-id2744443.html


http://www.abtreibung.at/wp-content/uploads/2009/04/Schwangerschaftskonflikt.2001.pdf





206 Ansichten
  • Instagram

Abtreibungspranger / Abtreibung Pranger: Grundgesetz verlangt, Menschenwürde und Lebensrecht ungeborener Menschen und geborener Frauen schützen; gelingt am besten, wenn Frau von sich aus Ja zum Kind sagt. Deshalb anprangern, was Schwangeren das „Ja zum Kind“ erschwert. Ohne Nachteile für Frauen oder Gleichberechtigung.

©2019 by Abtreibungspranger Proudly created with Wix.com