Ungeborenes/r Kind/Mensch ist angemessen Teil I

Aktualisiert: 16. Sept 2019

Sachliche Begriffe sind zu verwenden. Viele denken, "ungeborener Mensch" sei unsachlich. Was ein Mensch mit Rechten ist, richtet sich jedoch nach dem Wertesystem. Welches Wertesystem hat D?

Für irgendein "heiliges Buch" muss man sich entscheiden – das da gibts für Lau bei der bpb (*)

Grüß Gott zusammen!


Hier geht es jetzt um grundsätzliches bzw. grundgesetzliches, nämlich um das Thema Begriffswahl. Einige könnten sich an Begriffen wie „ungeborenes Kind“ oder „töten“ und ähnlichem stören, beispielsweise weil die Begriffswahl unsachlich oder übertreibend sei.



1. Sachlichkeit erfordert sachliche Wahl des Wertesystems


Es geht auf dieser Webseite um das Anprangern von solchem Tun/Unterlassen, das einer Schwangeren das „Ja zum Kind“ deutlich erschwert, also um das Anprangern von Schuld bzw. Mitschuld an einer Abtreibung.


Wer Schuld bzw. Mitschuld anprangert, also falsches Verhalten, muss sich auf ein bestimmtes Wertesystem oder ähnliches berufen. Denn ohne Richtig und Falsch sind alle Handlungen gleich gut oder schlecht und folglich gäbe es kein falsches Verhalten/Schuld.


Man kann hier im Prinzip frei wählen; die einen mögen an heilige Schriften denken, andere nehmen ihr Mitgefühl als Maßstab, andere ihr Gewissen, andere bestimmte philosophische Ansätze, etc. Könnte man aber jeweils als subjektiv/willkürlich kritisieren.


Dies lässt sich nur vermeiden, wenn man von einem allgemein anerkannten Wertesystem ausgeht. Zwar ist das aus Sicht solcher, die das Wertesystem ablehnen möglicherweise immer noch willkürlich. Aber die Mehrheit kann das nicht mehr einwenden.


Folglich ist die Wahl eines solchen allgemein anerkannten Wertesystems bei meinem Anprangern vernünftig. Da es mir hauptsächlich um die Situation in Deutschland geht und was wir als Einzelne und als Gesellschaft tun/unterlassen, gibt es eine eindeutig sachliche Wahl für das Wertesystem:


Das Grundgesetz (GG).


Denn das ist das grundlegende Recht, was wir uns in D gegeben haben.


SCHLUSSFOLGERUNG:


Somit ist es sachlich, wenn für diese Webseite das Grundgesetz als Wertemaßstab/Wertesystem gewählt wird.




2. Begriffswahl entsprechend dem Grundgesetz


Wählt man das GG, dann sind Begriffe auch entsprechend dem GG zu verwenden.


Art. 1 Abs. 1 GG lautet:


„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“


Bei Gesetzen ist immer darauf zu achten, was die Begriffe bedeuten und wie sie ausgelegt werden. Das ist gerade im kritischen ersten Satz deutlich.


Und zwar eben nicht nur der Begriff „Würde“ (über dessen Auslegung schon tausende Seiten geschrieben wurden), sondern „Menschen“. Wer oder was sind diese „Menschen“?


Das ist wichtig zu wissen, denn deren Würde soll der Staat achten und schützen.


Und was immer diese „Menschen“ sind, sollte man auch Menschen nennen, wenn man vom GG aus wertet. Denn einem „Menschen“ ist das Menschsein zuzubilligen.


Wer bestimmt nun, was der Begriff bedeutet?


Keine Mehrheit des Bundestages. Auch nicht der Bundespräsident.


Sondern es ist im GG geregelt, wer das bestimmt, wenn man sich uneins ist, was ein Begriff im GG bedeutet, Art. 93 Abs. 1 lautet:


„(1) Das Bundesverfassungsgericht entscheidet:

1. über die Auslegung dieses Grundgesetzes aus Anlaß von Streitigkeiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Bundesorgans oder anderer Beteiligter, die durch dieses Grundgesetz oder in der Geschäftsordnung eines obersten Bundesorgans mit eigenen Rechten ausgestattet sind;“


Es entscheidet sich also nicht durch philosophische Diskussion oder Parlamentsmehrheit. Denn Art. 1 Abs. 1 GG ist allgemeine Pflicht des Staates und damit Pflicht aller Bundesorgane, womit die Frage, was diese zu schützenden "Menschen" sind bei Auslegungsstreitigkeiten durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden wird (denn der "Umfang der ... Pflicht" die "Würde des Menschen" "zu schützen" richtet sich auch danach, was "Menschen" bedeutet; womit ein Streit, was "Menschen" bedeutet, ein Streit über "Umfang der ... Pflichten" eines bzw. aller "obersten Bundesorgane" ist).


Es genügt zur Klärung, „einfach“ „nur“ (**) mit zulässiger Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe nachzufragen „Fallen ungeborene der Spezies Mensch unter den Begriff „Menschen“ in Art. 1 Abs. 1 GG? Haben sie diese „Würde“?“